Kultur

Die ersten kulturellen Zeugnisse in der Toskana gehen auf die Etrusker zurück. Die Römer hinterließen hier nur wenige Spuren. Über Romanik und Gotik geht es zur Renaissance, die in der Toskana begründet wurde.

Einen kurzen Überblick über die Epochen, die die Kunst und Kultur der Toskana entscheidend prägten, gibt die folgende Aufstellung:

Etrusker und Römer

Eindrücke der etruskischen Kultur geben heute vor allem Funde von Gefäßen aus Alabaster, Wandmalereien und imposanten Grabstätten, den Nekropolen.

Weitaus weniger als andere Gebiete Italiens wurde die Toskana von der römischen Kultur geprägt. Doch zeigt sich in der Anlage der Städte Florenz, Arezzo, Pisa oder Lucca römischer Einfluss.

Romanik

Der Architektur der Spätantike schloss sich die aus Frankreich kommende Romanik an. Vor allem Benediktinerabteien und ländliche Pfarrkirchen wurde in der Toskana im romanischen Stil erbaut.

Mitte des 11. Jahrhunderts entwickelten sich mit der Pisaner Romanik eine eigene Strömung. Der aufwendige Dekorationsstil kleidete klassische Backsteinfassaden in Marmor, der zu zweifarbigen geometrischen Mustern ausgelegt wurde (Inkrustation). Auch byzantinische Einflüsse prägten die Romanik der Seemacht Pisa.

Gotik

Ende des 12. Jahrhunderts hielt die französische Gotik Einzug in die Architektur der Toskana. Die Bauwerke, allen voran die Sakralbauten, nahmen monumentalere Züge an. Doch auch die ersten Profanbauten des Adels sowie des wohlhabenden Bürgertums wurden von gotischen Elementen mit ihrer reichen Ornamentik bestimmt.

Die Gotik, die in der Toskana weniger radikal als andernorts zum Himmel strebt, lässt sich vor allem in Siena, Florenz sowie in San Gimignano bewundern.

Nicola Pisano, Jacopo della Quercia, Giotto di Bondone und Cimabue sind einige berühmte Vertreter dieser Stilepoche.

Renaissance und Humanismus

Die Renaissance umfasst als Kulturepoche die Zeit des ausgehenden Mittelalters hin zur Neuzeit. In ihrem Zentrum steht die Rückbesinnung auf die Kunst- und Lebensauffassung der Antike. Der Epochenbegriff, der auf französisch ‚Wiedergeburt‘ bedeutet, symbolisiert dies treffend.

Humanismus

Die Renaissance betrifft nicht nur die Ideale der Kunst. Sie überwindet auch das bisherige Welt- und Menschenbild und die mittelalterliche Gesellschaftsordnung. Der Mensch wird zum Maß aller Dinge.

Die berühmten Humanisten Dante, Petrarca und Boccaccio werden heute bewusst in einem Atemzug mit herausragenden Vertretern der Renaissance genannt.

Renaissance

Die Bildhauerei und Malerei der Renaissance legte Wert auf die realistische, perspektivisch perfekte Darstellung von Mensch und Natur. Die Künstler zeigten das Individuum in ihren Skulpturen und Gemälde samt seiner Körperlichkeit in zum Teil nahezu heroischer Verklärung. Freskenmalerei erfreut sich in der Renaissance großer Beliebtheit.

Florenz gilt als Wiege der Renaissance. Hier nahm sie im beginnenden 15. Jahrhundert ihren Anfang, bevor sie sich in den folgenden 150 Jahren in ganz Europa ausbreitete. In Florenz stehen auf engem Raum so viele herrliche Kunstschätze und Baudenkmäler der Renaissance wie an sonst keinem anderen Ort der Welt.

Die Künstler der Renaissance waren nicht nur Maler, Bildhauer, Architekten, Gelehrte, Schriftsteller – oft waren sie alles in einem. Als Allround-Genie berühmt wurde vor allem Leonardo da Vinci.

Doch auch weltbekannte Künstler wie Michelangelo, Raffael, Ghiberti, Brunelleschi, Donatello, Della Robbia, Michelozzo, Della Francesca, Fra Angelico, Botticelli, Ghirlandaio schufen herrliche Kunstwerke und atemberaubende Bauwerke.

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